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Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung
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Forschungsprojekt / Projet de recherche

ID: 206231
Projektnummer / No de projet 10:015
Beginn / Début: 2007
Ende / Fin 2009

Titel, Thema / Titre, thématique

Befindensqualität hörgeschädigter Kinder in Schule und Freizeit

Titel, Thema übersetzt / Titre ou thématique, traduction

Qualité de vie scolaire et extrascolaire d'enfants malentendants

Forschende Institution(en) / Institution(s) de recherche

Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HFH), Zürich  

Forschende(r) / Chercheur(s)

Mireille Audeoud    
Emanuela Wertli    

Kontaktperson / Personne à contacter

Emanuela Wertli  

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt dieser Studie stand die Frage nach dem psychosozialen Befinden 11- bis 13jähriger in Regelklassen integrierter hörbehinderter Kinder. Der Schwerpunkt lag auf den subjektiven Bewertungen der Alltagssituationen, in und ausserhalb ihrer Schulzeit, und diese wurden mit Faktoren der Persönlichkeit, des sozialen Netzes, der Versorgung mit auditiven Hilfsmitteln und mit didaktischen Ansätzen im Unterricht in Verbindung gebracht. Diese subjektive Wahrnehmung des Befindens (ohne verzerrende Erinnerungseffekte und ohne Fremdsicht durch Beobachtung) wurde mit einem signalkontingenten Zeitstichprobenverfahren, der Experience Sampling Method (ESM), erhoben und durch eine mit standardisiertem Fragebogen zum habituellen Stresserleben (Vulnerabilität, Bewältigungsstrategien und Symptomatik) durchgeführte Erhebung ergänzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die 78 hörbehinderten Kinder ihren Alltag ähnlich positiv erleben wie die gut hörende Kontrollgruppe. Tendenzielle kleinere Unterschiede zeigen sich in Bezug auf das Alter, den Hörstatus, das Geschlecht und den kulturellen Hintergrund der Kinder: So steigt der Stress mit zunehmendem Alter bei den hörgeschädigten Kindern, nicht aber bei der normal hörenden Vergleichsgruppe. Hörgeschädigte Mädchen erleben mehr Stress als gut hörende Mädchen, und diese beiden Gruppen erleben mehr Stress als die Jungen. Kinder mit einer minimalen oder einer einseitigen Hörschädigung schätzen ihr Wohlbefinden am tiefsten, Kinder mit profunder Hörstörung am höchsten ein. In unklar definierten und in lauten Situationen fühlen sich hörgeschädigte Kinder zwar aktivierter, aber auch gestresster und unsicherer als gut hörende Kinder. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Folgerungen für eine für hörbehinderte Kinder angemessene Gestaltung des Regelunterrichtes und für eine spezifische heilpädagogische Unterstützung abgeleitet.

Description du projet

Cette recherche concerne le bien-être psychologique et social d'enfants malentendants qui sont scolarisés dans des classes dites normales. Comment vivent-ils leur vie de tous les jours, à l'école et au-dehors ? Leurs déclarations subjectives ont été mises en rapport avec des caractéristiques de leur personnalité, de leur contexte, des moyens de support auditif à leur disposition ainsi qu'avec les approches didactiques utilisées dans l'enseignement qu'ils reçoivent. Cette auto-perception subjective du bien-être est enregistrée au moyen d'un procédé appelé Experience Sampling Method (ESM) qui évalue le bien-être subjectif des sujets au hasard, dans des situations et à des moments divers, ce qui devrait éviter les distorsions produites par la mémoire ou par la présence d'un intervieweur. Les données sont complétées par un questionnaire standardisé qui saisit la vulnérabilité, les stratégies d'adaptation, etc.
À en croire les résultats, les 78 enfants handicapés de l'échantillon vivent leur vie de tous les jours avec des degrés de satisfaction comparables à ceux du groupe de contrôle non handicapé. De petites différences peuvent être constatées en lien avec l'âge, la gravité du handicap, le sexe et l'arrière-fond culturel des enfants: ainsi, le stress croît avec l'âge chez les enfants handicapés, mais pas chez les enfants qui entendent bien; les filles malentendantes ressentent plus de stress que celles qui n'ont pas de problèmes d'audition, les filles des deux groupes étant plus stressées que les garçons; les enfants souffrant d'un déficit grave expriment un bien-être supérieur à celui des jeunes souffrant d'une surdité légère ou unilatérale. Sur la base des résultats, les auteures émettent des recommandations quant à un enseignement adapté aux enfants malentendants et à un appui pédagogique spécifique en leur faveur.

Deskriptoren

*Hörgeschädigter; *schulische Integration; Behinderung; Hörstörung; (Stress); (Coping); (Wohlbefinden)

Descripteurs

*handicapé auditif; *intégration scolaire; trouble de l'audition; (Stress); (coping); (bien-être)

Publikationen / Publications

Audeoud, M., Wertli, E. Alltagserleben hörgeschädigter Menschen: Perspektiven Schweizerischer Hörgeschädigtenforschung. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 5/2009, S. 44-50

Audeoud, M. Wie erleben eigentlich hörgeschädigte Kinder ihren Schulalltag und ihre Freizeit? In: K. Reusser (Hrsg.). Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung. Zürich, Universität Zürich, 2009, S. 130-132

Audeoud, M., Wertli, E. Befindensqualität hörgeschädigter Kinder in Schule und Freizeit. Schlussbericht. Zürich: Hochschule für Heilpädagogik (in Vorbereitung)


Methodologie / Méthodes de recherche

quantitative Erhebung (Experience Sampling Method), schriftliche Befragung bei 78 hörbehinderten und 78 gut hörenden 11- bis 13jährigen Kindern und ihren Lehrpersonen

Geographische Angaben / Délimitation géographique

Deutschschweiz

Projekttyp / Type de recherche:

Forschungsprojekt im Departement 1 (Schulische Heilpädagogik) an der Hochschule für Heilpädagogik (HfH), Zürich

Auftraggeber / Mandant de la recherche:

kein Auftraggeber

Finanzierende Institutionen / Financement

Hochschule für Heilpädagogik HfH und Sponsoren: Max-Bircher-Stiftung, Phonak, Institutionen für Hörbehinderte der Deutschschweiz

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Impressum | Webmaster | Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2010